Das Ostcamp der SDAJ – Kleine Auswertung

Sonne, Sommer, Sozialismus: Das Pfingstcamp ist für uns GenossInnen, SDAJ-Sympies und interessierte Arbeiterjugendliche normalerweise eine schöne Verbindung aus Urlaub und Bildung. Normalerweise. Dass es dieses Jahr nicht so sein würde, war uns schon klar, bevor wir uns am letzten Freitag bei strahlender Sonne trafen, um ins thüringische Königsee zum Ostcamp der SDAJ zu fahren. (Neo-)Nazis aus nah und fern hatten sich angekündigt, um durch unseren Kiez zu marschieren und eine vermeidlich „deutsche Zukunft“ zu propagieren. Dies war schon in den Jahren zuvor weder in Wolfsburg noch Hamburg gelungen. In Dresden sollte den (Neo-)Nazis kein Meter dafür eingeräumt werden. Deshalb haben wir im Vorhinein auf eine Bewerbung unseres Camps verzichtet und stattdessen eine umgedrehte Mobilisierung betrieben.
Aber erst mal hieß es: Auf ins Waldbad Königsee. Nach gut zweieinhalb Stunden trafen wir dort ein und sahen, dass die GenossInnen vor Ort schon kräftig aufgebaut hatten. Nachdem auch unsere Zelte standen und die Schichten eingeteilt waren, blieb am Abend noch genug Zeit für Begrüßung und Austausch. Der Samstag begann für uns sehr früh. Bereits um 6 Uhr herrschte Aufbruchstimmung: zurück nach Dresden – blockieren, kreativ sein, Widerstand leisten. Über den Ablauf des Tages ist bereits viel geschrieben worden und deshalb kann es hier kurz gehalten werden. „Sächsische Verhältnisse“ heißt, dass Stadt und Ordnungsamt ihrer Öffentlichkeitspflicht nicht nachkommt und die Route der (Neo-)Nazis nicht 48 Stunden vorher veröffentlichen. „Sächsische Verhältnisse“ heißt auch, dass GegendemonstrantInnen grundlos gekesselt, in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt werden. Am Ende stellte sich bedauerlicher Weise wieder das Bild ein, welches wir schon vom 12. Februar kannten: Die (Neo-)Nazis konnten marschieren und ihre Kundgebungen durchführen während Stadt und Polizei das Ihrige taten, dies zu ermöglichen.
Entsprechend desillusioniert fuhren wir zurück auf unser Camp um wenigstens am Sonntag voll und ganz die inhaltlichen Schwerpunkte mitzunehmen. Dabei bot sich eine breite Palette unterschiedlicher Veranstaltungen, von Runden zur Arbeiter-Jugend-Politik bis hin zur Analyse internationaler Situationen, etwa in der Ukraine oder Venezuela. Ein besonderes Anliegen für uns war das Podium zum Antifaschismus im Osten. Dort brachten wir neben die frischen Eindrücken aus Dresden auch einen eigenen Beitrag ein, um die Spezifika und die besonderen Umstände darzulegen, unter der AntifaschistInnen im strukturell anders geprägten Osten agieren. Im Anschluss wurde in einer angeregten Diskussion versucht, Handlungswege für Phänomene wie Schneeberg 2013 oder Dresdens 2014er Februar zu finden.
Neben den Inhalt sollten Freizeit, Erholung und Kultur natürlich nicht zu kurz kommen. Die Location bot beste Möglichkeiten für jedes Alter. Im Freibad konnte man bei sommerlichen Temperaturen ein paar Runden drehen. An den Graffiti-Wänden konnte sich austoben, wer wollte und Abends gab es für jeden Geschmack Musik und allerhand Getränke.
So fuhren wir Montagmittag leicht übermüdet aber mit vielen wertvollen Erfahrungen und tollen Eindrücken wieder zurück gen Dresden. Doch die Zelte werden nicht gleich wieder im Keller eingemottet, sondern bereitgehalten, für das UZ-Pressefest der DKP vom 27. bis 29.06. im Dortmunder Revierpark Wischlingen


1 Antwort auf „Das Ostcamp der SDAJ – Kleine Auswertung“


  1. 1 Das Ostcamp der SDAJ – Kleine Auswertung - SDAJ in Ostdeutschland Pingback am 20. Juni 2014 um 17:09 Uhr
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