Aus der Platte, für die Platte: Antifa!

Aus der Platte, für die Platte: Antifa!
Gegen den Naziaufmarsch zum 17. Juni in Niedersedlitz

Es war ein Sinnbild, was im bürgerlichen Staat so alles schiefläuft: Nach einer Kundgebung der Dresdner NPD vor dem Haus der Presse zum 17. Juni vergangenen Jahres, schleuste die Polizei eine Gruppe Faschisten in den sächsischen Landtag. Die waren teilweise schon auf Einladung der damals noch vorhandenen NPD-Fraktion mit öffentlichen Fördergeldern nach Dresden gekarrt worden. Durch eigenes Unvermögen und Konkurrenz im eigenen rechten bis klar faschistischen Lager, schrumpft die NPD zwar mehr und mehr als wichtigster Bezug der deutschen Naziszene zusammen. Rassistische Aufmärsche wie Pegida und Co. zeigten aber immer wieder deren Anschlussfähigkeit an die sog. „bürgerliche Mitte“. Die Hand-in-Hand-Arbeit zwischen Faschismus und rechtem Bürgertum machte nicht zuletzt das Transparentwerden des Nachrichtenverkehrs zwischen einem Leipziger Polizisten und einem organisierten Nazi nochmals deutlich.
Dieses Jahr plant die NPD einen Aufmarsch vom Bahnhof Niedersedlitz aus. Mag der Dresdner Osten zu einer Hochburg faschistischer Umtriebe geworden sein – wir werden da sein, um uns gemeinsam gegen Rassismus, Faschismus und Geschichtsklitterung zu stellen! „Damals wie heute: Frieden, Freiheit, Souveränität“ ist das Motto der NPD-Faschisten. Wir aber müssen deutlich machen: Kein Frieden mit Nazis! Keine Freiheit für faschistische Umtriebe! Keine ungezügelte Souveränität für den deutschen Imperialismus!

Kommt diesen Mittwoch in größeren Gruppen ab 17:30 Uhr in die Nähe des Bahnhofs in Niedersedlitz! Seid kreativ, laut und entschlossen.
Nähere Infos findet ihr voraussichtlich ab Dienstagabend auf www.dresden-nazifrei.com.
Nazis vertreiben – Flüchtlinge bleiben!

Ausbeuter outen! – Das buw-Callcenter in Leipzig

Ausbeuter outen! – Das buw-Callcenter in Leipzig

Im Rahmen der bundesweiten AJP-Kampagne sind Outings ein wesentlicher Bestandteil, um auf widrige Arbeits- und Lohnverhältnisse einiger Betriebe aufmerksam zu machen. Am 18.10.2014 richtete sich das Augenmerk dabei auf das buw-Callcenter in Leipzig.
Bei Einstiegsgehältern von teilweise 6,00€/h und Nachtzuschlägen von 1,00€/h, fordert die buw bei kurzfristiger Personalplanung hohe Flexibilität und Belastbarkeit von den Angestellten, während sich das Arbeitsspektrum, bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen, permanent erweitert. Genug relevante Punkte also, um, nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch bei den Angestellten ein Bewußtsein dafür zu schaffen welch vergleichsweise miserablen Arbeitsbedingungen vorherrschen und das es gilt dagegen schleunigst etwas zu unternehmen.
Organisiert von der SDAJ-Gruppe Leipzig und mit tatkräftiger Unterstützung der Gruppen aus Jena-Weimar, Berlin und uns, sowie Mitgliedern der DKP Leipzig und der ansässigen ver.di-Jugend, gelang es mehrere ambitionierte AktivistInnen zu mobilisieren.
Mit Transpis, Flyern und einem Rollenspiel, bei dem diverse Leute, repräsentativ für die verschiedenen Gehaltsabstufungen, befragt wurden, warum sie sich den so unter Wert verkaufen,
schafften wir es, die Aufmerksamkeit einiger PassantInnen zu gewinnen und sie hoffentlich zum Nachdenken anzuregen.
So konnten wir nach zwei Stunden zufrieden die Veranstaltung auflösen um nach einer kurzen Stärkung zum politischen Abendprogramm überzugehen, welches aus einer Podiumsdiskussion zum Thema „Betriebsrat – und wie weiter?“ bestand und Einblicke in gewerkschaftliche Arbeit gab.
Geführt von Vertretern der ver.di, der IG-Metall, des Streik-Soli-Bündnisses und der SDAJ-Berlin konnte anhand vieler Erfahrungsberichte eindrucksvoll geschildert werden, wie organisierter Arbeitskampf, beispielsweise bei amazon oder auch DHL, Früchte tragen kann.


Fazit: So trost- und hoffnungslos die teils prekäre Situation auf Arbeit auch scheinen mag, es gibt Möglichkeiten aktiv mitzuwirken um daran etwas zu ändern. Organisiert euch im Betrieb und kämpft für eine bessere (Arbeits)-Welt!

Bis zur nächsten Aktion,

eure SDAJ-Dresden

Das Ostcamp der SDAJ – Kleine Auswertung

Sonne, Sommer, Sozialismus: Das Pfingstcamp ist für uns GenossInnen, SDAJ-Sympies und interessierte Arbeiterjugendliche normalerweise eine schöne Verbindung aus Urlaub und Bildung. Normalerweise. Dass es dieses Jahr nicht so sein würde, war uns schon klar, bevor wir uns am letzten Freitag bei strahlender Sonne trafen, um ins thüringische Königsee zum Ostcamp der SDAJ zu fahren. (Neo-)Nazis aus nah und fern hatten sich angekündigt, um durch unseren Kiez zu marschieren und eine vermeidlich „deutsche Zukunft“ zu propagieren. Dies war schon in den Jahren zuvor weder in Wolfsburg noch Hamburg gelungen. In Dresden sollte den (Neo-)Nazis kein Meter dafür eingeräumt werden. Deshalb haben wir im Vorhinein auf eine Bewerbung unseres Camps verzichtet und stattdessen eine umgedrehte Mobilisierung betrieben.
Aber erst mal hieß es: Auf ins Waldbad Königsee. Nach gut zweieinhalb Stunden trafen wir dort ein und sahen, dass die GenossInnen vor Ort schon kräftig aufgebaut hatten. Nachdem auch unsere Zelte standen und die Schichten eingeteilt waren, blieb am Abend noch genug Zeit für Begrüßung und Austausch. Der Samstag begann für uns sehr früh. Bereits um 6 Uhr herrschte Aufbruchstimmung: zurück nach Dresden – blockieren, kreativ sein, Widerstand leisten. Über den Ablauf des Tages ist bereits viel geschrieben worden und deshalb kann es hier kurz gehalten werden. „Sächsische Verhältnisse“ heißt, dass Stadt und Ordnungsamt ihrer Öffentlichkeitspflicht nicht nachkommt und die Route der (Neo-)Nazis nicht 48 Stunden vorher veröffentlichen. „Sächsische Verhältnisse“ heißt auch, dass GegendemonstrantInnen grundlos gekesselt, in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt werden. Am Ende stellte sich bedauerlicher Weise wieder das Bild ein, welches wir schon vom 12. Februar kannten: Die (Neo-)Nazis konnten marschieren und ihre Kundgebungen durchführen während Stadt und Polizei das Ihrige taten, dies zu ermöglichen.
Entsprechend desillusioniert fuhren wir zurück auf unser Camp um wenigstens am Sonntag voll und ganz die inhaltlichen Schwerpunkte mitzunehmen. Dabei bot sich eine breite Palette unterschiedlicher Veranstaltungen, von Runden zur Arbeiter-Jugend-Politik bis hin zur Analyse internationaler Situationen, etwa in der Ukraine oder Venezuela. Ein besonderes Anliegen für uns war das Podium zum Antifaschismus im Osten. Dort brachten wir neben die frischen Eindrücken aus Dresden auch einen eigenen Beitrag ein, um die Spezifika und die besonderen Umstände darzulegen, unter der AntifaschistInnen im strukturell anders geprägten Osten agieren. Im Anschluss wurde in einer angeregten Diskussion versucht, Handlungswege für Phänomene wie Schneeberg 2013 oder Dresdens 2014er Februar zu finden.
Neben den Inhalt sollten Freizeit, Erholung und Kultur natürlich nicht zu kurz kommen. Die Location bot beste Möglichkeiten für jedes Alter. Im Freibad konnte man bei sommerlichen Temperaturen ein paar Runden drehen. An den Graffiti-Wänden konnte sich austoben, wer wollte und Abends gab es für jeden Geschmack Musik und allerhand Getränke.
So fuhren wir Montagmittag leicht übermüdet aber mit vielen wertvollen Erfahrungen und tollen Eindrücken wieder zurück gen Dresden. Doch die Zelte werden nicht gleich wieder im Keller eingemottet, sondern bereitgehalten, für das UZ-Pressefest der DKP vom 27. bis 29.06. im Dortmunder Revierpark Wischlingen

Am 25. Mai DKP wählen

Wahlwerbung der DKP zur EU-Wahl 2014

Nichts hat die Welt je so erschüttert, wie der Faschismus und der von diesem entfachte Zweite Weltkrieg. Nach den unsäglichen Opfern, war die Hoffnung auf ein vereintes und vor allem ein friedliches Europa entsprechend groß. Ein Europa, das allen eine gleichberechtigte, selbstbestimmte und sichere Existenz in Wohlstand bietet – diesen Erwartungen stellt sich heute nach über 55 Jahren jedoch ein geradezu gegensätzliches Bild entgegen. Die Mitgliedsstaaten der EU erleben die schlimmste wirtschaftliche, soziale und kulturelle Krise seit ihrer Gründung. Phänomene wie Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau und das Erstarken des faschistischen Terrors sind in allen Ländern zu beobachten. Der Kapitalismus ist nicht einmal in den reichsten Ländern der Erde in der Lage, der Bevölkerung ein würdiges Leben zu gewährleisten. Die Maßnahmen der Herrschenden – Rettungsschirme für Banken, Treuhandgesellschaften und Spardiktate für die Länder der südlichen Peripherie – dienen einzig und allein der Erhaltung von bestehenden Macht- und Vermögensverhältnissen. Deren Auswirkungen für die Werktätigen der Arbeiterklasse sind ungleich fataler. Arbeits- und Lebensverhältnisse leiden unter einer kontinuierlichen Verschlechterung. Die Anzahl der „Billiglöhner“ und „Aufstocker“ steigt ebenso rasant wie die Altersarmut. Die Jugend Europas befindet sich in einer latent prekären Lage. Bildung und Kultur sind zum Privileg Weniger geworden. Statt die Jugend als die Zukunft Europas zu fördern, wird an den Grenzen der EU aufgerüstet. Tausende Menschen wurden bei dem Versuch sich vor Hunger, Krieg und Verelendung zu retten, in den Tod getrieben.
Deutschland, Frankreich und weitere Mitgliedsstaaten beteiligen sich an militärischen Interventionen im imperialistischen Kampf um Absatzmärkte und Ressourcen. Letztendlich profitieren von der Militarisierung der Gesellschaft faschistische Kräfte, die, oftmals gedeckt durch Staatsorgane, Andersgesinnte und Menschen, die nicht in ihr begrenztes Weltbild passen, bedrohen und terrorisieren. Die Unerträglichkeit dieser Zustände führt in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU zu wachsendem Widerstand. Auch wenn dieser Widerstand vor allem in Deutschland noch nicht stark genug ist und zudem durch staatliche Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen ständig angegriffen wird, so ist er doch die einzige Möglichkeit, den eigenen Forderungen Ausdruck zu verleihen. In dieser Situation kandidiert die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) zu den Wahlen zum Europaparlament im Mai 2014!
Wir Kommunistinnen und Kommunisten kandidieren zur Wahl, um unsere politischen Positionen auf die Straße zu tragen und dem Widerstand gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiterklasse eine Stimme zu geben: gegen Ausbeutung, Nationalismus, Rassismus und Krieg. In diesem Sinne ruft die DKP dazu auf: Wählt die Kommunistinnen und Kommunisten – wählt den Weg der Solidarität und des Widerstands gegen die Politik des Kapitals, gegen das Europa der Banken und Konzerne!

[Vollständiger Artikel: „Stellungnahme der DKP Dresden zu den Wahlen zum Europaparlament 2014″. Roter Reiter. Ausgabe 1/2014]

8./9. Mai – 69 Jahre bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht

8./9. Mai – 69 Jahre bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht

Heute vor 69 Jahren endete mit der Wiederholung der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht im Hauptquartier der sowjetischen 5. Armee in Berlin-Karlshorst der mehr als 12 Jahre andauernde Nationalsozialistische Terror in Europa. Unser Dank gebührt heute den SoldatInnen der Anti-Hitler-Koalition ebenso, wie den KämpferInnen der Francs-tireurs et partisans und der Résistance, der ELAS, der NOV i POJ und allen weiteren Partisanengruppierungen und antifaschistischen Organisationen. Das politische System des Nationalsozialismus wurde damals besiegt, jedoch nicht zerschlagen. So reproduzieren sich nationalsozialistische Überzeugungen bis heute fort. Auch nach 69 Jahren sehen wir uns mit rassistischen, antisemitischen oder offen faschistischen Tendenzen in der Gesellschaft konfrontiert. Während in Deutschland der Nationalsozialistische Untergrund über Jahre hinweg und vom Verfassungsschutz geduldet, Menschen ermorden konnte, erstarkt überall in Europa die militante Rechte. Den erschütternden Ereignissen in Griechenland mit den von der Goldenen Morgenröte verübten Morden letztes Jahr, schließt sich die eskalierte Situation in der Ukraine an. Der traurige Höhepunkt: die Ermordung von 40 AntifaschistInnen in Odessa letzte Woche.
Dieser Kontinuität des Terrors können wir nur die Kontinuität des Widerstands entgegensetzen. Und zwar so lang, bis dieses System endgültig überwunden und durch die einzige Alternativer ersetzt wird, die Frieden gewährleistet: der Sozialismus!